Kodeum

De WikiMediation.

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Version du 6 février 2009 à 07:47 par Herbert Minkus (discuter | contributions)

Sommaire

1. Vorwort

1.1. Der vorliegende Ethik- und Deontologiekodex der Mediatoren ist das Ergebnis vierjähriger Praxis und Überlegungen von Berufsmediatoren. Ein Jahr vor seiner definitiven Annahme wurde er im Internet veröffentlicht, um das Thema zur Diskussion zu stellen.

1.2. Im Besonderen stellt er die Pflichten vor, die die Mediatoren - nach Übereinkunft – respektieren, gegenüber ihren Kunden, der Öffentlichkeit, der Umwelt und gegenüber den anderen Beteiligten der Mediation und damit verbundenen Aktivitäten, die sich mit der Regelung und Prävention von Meinungsverschiedenheiten befassen. Der Kodex ist die Grundlage der Qualität der Dienstleistungen der Mediatoren und stellt einen Rahmen der Empfehlung in Ethik und Berufethos dar.

1.3. Er definiert die Verhaltensregeln, die ein Berufsmediator mit Leichtigkeit anwenden kann, wenn er im Einklang mit den Mediationsprinzipien ist.

1.4. Dieser Kodex ist ein Leitfaden der Überlegungen für Mediatoren, ohne sie jedoch ihrer eigenen Überlegungen zu entheben. Auf dem Wege der Selbstdisziplin –und Verantwortungsprinzipien ist er entwicklungsfähig. Es wird darin sein Aufgabenbereich festgelegt, als Verhandlungserleichternde Person, sei es präventiv im Bezug auf Streitsachen, ausserhalb von Gerichtsverhandlungen oder dazu parallel. Er klärt den pädagogischen Beitrag der Mediatoren, der den „Mediationsgeist“ vermitteln soll. Dieser pädagogische Beitrag wird ebenfalls in der Begleitung bis hin zur Entscheidung angewendet, deren Zweck das Finden einer respektvollen Lösung zusammen mit dem Kunden oder die bestmögliche Vereinbarung zwischen den in Konflikt stehenden Parteien ist.

1.5. Der anerkannte Berufsmediator sollte sich nach dem vorliegenden Kodex richten. Ausschließlich Mitglieder der Berufskammer dürfen ihn geltend machen.

1.6. Aufgrund des kreativen Aspektes der Mediation sollte jede Art von möglichen Abweichungen des vorliegenden Kodex einer Vereinbarung zwischen den Parteien unterliegen, in der sie ihren Wunsch ausdrücklich äußern, in Kenntnis der möglichen Folgen, den Kodex nicht zu beachten und dies - vorbehaltlich - der Stellungnahme des „Überwachungsausschusses der Mediation“.

1.7. Die Kammer der Zunft für Mediation und Verhandlung ersucht die Berufsmediatoren die Ethik- und Deontologieprinzipien des vorliegendem Kodex zu beachten und für ihre Weiterentwicklung im Sinne einer stetigen Verbesserung der Qualität – je nach den in der Ausübung ihrer Dienstleistungen und ihres Berufs getroffenen Gegebenheiten - zu sorgen.

1.8. Sollte eine Situation im vorliegenden Kodex oder in der Geschäftsordnung nicht in Erwägung gezogen sein, so ist der „Überwachungsausschusses der Mediation“ zur Beratung zu ziehen. (siehe Absatz 6.20.3.).

1.9. Der Mediator soll diesen Kodex seinen Kunden und allen einbezogenen Konfliktparteien zugänglich machen. Die betroffenen Personen können so nachvollziehen, ob der Mediator seinen Beruf pflichtbewusst ausübt.

1.10. Eine Qualitätscharta fasst die grundlegenden Punkte des vorliegenden Kodex zusammen.

2. Vorrang des Ethik- und Deontologiekodex der Mediatoren

2.1. Dieser Kodex ist gültig für alle Berufsmediatoren.

2.2. Mediatoren, die eine andere hauptberufliche Tätigkeit ausüben, sollen ihre beruflichen Aktivitäten klar von ihren Mediationsaktivitäten unterscheiden. Unter anderem sollen sie eine spezielle Versicherung abschließen, die von der Berufskammer für Mediation und Verhandlung ausgehandelt wurde.

2.3. Im Falle eines Konflikts zwischen dem vorliegendem Kodex und jedem weiteren Deontologiekodex, der die Mediatoren bei ihren Mediationsaktivitäten oder einer weiteren beruflichen Aktivität binden würde, hat vorliegendes Dokument Vorrang aufgrund des Beitritts des Mediators in der Berufskammer für Mediation und Verhandlung. Dies gilt insbesondere im Punkte der „Beratungspflicht“ der juristischen Berufsbranche.

2.4. Die Tätigen gesetzlich geregelter Berufe sollen sich bewusst sein, dass die Ausübung der Mediationsaktivität mit Risiken verbunden ist und werden daher sorgfältig auf die Informationen, die den Parteien zu Beginn des Mediationsprozesses mitgeteilt werden – siehe Absatz 6.17.5., sowie auf eventuell von ihnen vorgenommene Werbeleistungen achten – siehe Absatz 6.7.2.

3. Anwendungen

3.1. Ein Berufsmediator hat seine Qualitäten und Kompetenzen gegenüber der Berufskammer bewiesen. Er hat an einer Mediatorenschulung teilgenommen und ist Inhaber des CAP’M® (Fähigkeitszeugnis zur Ausübung des Mediatorenberufs). Die Erteilung des CAP’M® setzt jedoch nicht den Beitritt der Berufskammer für Mediation und Verhandlung voraus.

3.2. Die Inhaber des CAP'M® können den vorliegenden Kodex nicht als Rahmenbedingungen vorgeben und geltend machen, ohne Mitglied der Berufskammer zu sein.

3.3. Keine juristische Person kann den Ethik- und Deontologiekodex der Berufskammer für Mediation und Verhandlung geltend machen, um vorzugeben als Mediator zu agieren.

4. Definitionen

4.1. Gewerkschaftsskammer

4.1.1. Die Bezeichnung « Gewerkschaftsskammer » wird hier angewendet, um die Kammer der Zunft für Mediation und Verhandlung zu benennen, als Berufsvereinigung von qualitätspflege - und dienstleistungsbewussten Mediatoren.

4.2. Mediator

4.2.1. Der Begriff Mediator bezeichnet in diesem Kodex den « Allgemeinberufsmediator », der in allen Bereichen kompetent ist, in denen die zwischenmenschliche Kommunikation hergestellt, verbessert oder wiedergeschaffen werden soll. Der Mediator ist eine natürliche Person, die die von der Berufskammer für Mediation und Verhandlung festgelegten Fähigkeits- und Kompetenzanforderungen erfüllt. Ein Berufsmediator ist in allen Bereichen – die Mediation betreffend - tätig. Er wurde in den mehrschichtigen Mediationstechniken ausgebildet, insbesondere, um in Konfliktsituationen Gespräche anzuregen und zu leiten und in Besprechungen die Entscheidungsfähigkeit zu erleichtern. Er stimmt den Bestimmungen und Vorschriften der Berufskammer und dem vorliegenden Ethik- und Deontologiekodex vorbehaltlos zu.

4.2.2. Ein Berufsmediator, dessen Anliegen die Förderung der Grundsätze der Ethik- und Deontologie der Mediatoren ist, besitzt einen auf seinen Namen von der Berufskammer ausgestellten Ausweis, deren Gültigkeitsdauer zwölf Monate beträgt und jährlich verlängert wird.

4.2.3. Der Mediator gehört zu den Experten, dessen einzige Voreingenommenheit die Mediation selbst ist. Ansonsten ist er unabhängig, unparteiisch, neutral sachlich und bürgt für einen absolut vertraulich geführten Verhandlungsprozess.

4.2.4. Der Mediator interveniert insbesondere im Rahmen von Streitigkeiten des „Zivilrechts“ und anderer Bereiche, in welche Personen und Organisationen verwickelt sind. Er agiert mit der Einwilligung der Parteien als Friedenstifter im zwischenmenschlichen Bereich so gut er kann für die bestmögliche Übertragung von „Sein“ und Können.

4.2.5. Der Mediator vergewissert sich bei Streitsachen, dass die Parteien einer Mediation freiwillig zustimmen und im Besitz vollkommener Entscheidungsfähigkeit sind.

4.2.6. Die Tätigkeit des Mediators trägt dazu bei die zwischenmenschliche Kommunikation herzustellen, wieder zu schaffen und zu fördern. Sie besteht insbesondere in folgenden Aufgaben:

  • Die Leitung eines Austausches zwischen den Parteien, der scheinbar heikel, schwierig und sogar undenkbar geworden ist;
  • Die Schaffung von friedlichem Austausch und dessen Regulierung;
  • Ein kreativer Beitrag zu den von den Parteien geäußerten Lösungsmöglichkeiten;
  • Pädagogische Beiträge, um der Eigenständigkeits- und Verantwortungszunahme der Parteien zu ermöglichen;
  • Gegebenenfalls die Unterbreitung von Vorschlägen, sich gründlicher über technische oder juristische Aspekte bezüglich der vorgetragenen Angelegenheit zu informieren.

4.2.7. In der Ausübung seiner Tätigkeit ist der Mediator ausschließlich Mediator. Obwohl er einen kreativen Beitrag leisten kann (Vorschläge, Ideenvorlage, mögliche Lösungen…) soll und kann er auf keinen Fall Ratschläge erteilen, selbst wenn er dies aufgrund seiner beruflichen Kompetenz tun könnte, weil er dadurch an die Stelle eines Fachmanns treten würde.

4.3. Mediation

4.3.1. Die Mediation ist ein unautoritärer Begleitungsprozess, der der Entscheidungshilfe gewidmet ist und der die Verantwortungsbewusstheit sowie die Eigenständigkeit der Personen zum Zweck hat. Die Mediation kann in oder ohne Konfliktsituationen sowie im Rahmen oder außerhalb eines gerichtlichen Verfahrens angewendet werden.

4.3.2. Ein Mediationsgespräch allein kann einer Person dabei helfen sich neu zu positionieren und die bestmögliche Entscheidung zu treffen, um ein Projekt erfolgreich auszuführen, sei dies nur die Person selbst betreffend oder auch weitere Personen miteinbeziehend.

4.3.3. Im Rahmen einer Meinungsverschiedenheit besteht die Mediation darin, den Parteien zu ermöglichen, eine gemeinsam erarbeitete Vereinbarung zu finden ; d.h. eine fortbestehende Vereinbarung zu finden, die die Personen und deren Interessen berücksichtigt.

4.3.4. Im Rahmen einer Meinungsverschiedenheit besteht die Mediation darin, eine Lösungsfindung zu unterstützen und möglichen Konsequenzen der von jedem Kunden geäußerten Lösungen bestmöglichst vorzugreifen.

4.4. Ethik

4.4.1. Die Ethik bezieht sich auf die Verhaltensweise, die sich ein Mediator entsprechend den Mediationsprinzipien aneignet, um sein gesellschaftliches Verhalten darauf auszurichten.

4.4.2. Ethik ist Achtung vor sich selbst und vor Anderen im Punkte der Würde als auch der Freiheit der Personen.

4.5. Deontologie/Berufsethos

4.5.1. Die Deontologie setzt die Zuständigkeit voraus und stellt die Leitprinzipien des Verhaltens aller Mediatoren in der Ausübung ihres Berufs dar, und dies gegenüber :

  • ihren Kunden
  • ihren potentiellen Kunden
  • der zuweisenden Stellen
  • der verbundenen Berufsbranchen
  • ihren Kollegen

5. Ethik

5.1. Die Werte und Tugenden in der Mediation

5.1.1. Ein Mediator soll ein vorbildliches Verhalten vorweisen. Sein privates sowie gesellschaftliches Verhalten sollte sich nach den Mediationswerten richten, d.h. unter Berücksichtigung der Achtung der Personen und der Umwelt.

5.1.2. Der Mediateur darf seine Angehörigkeit zur Kammer der Zunft für Mediation und Verhandlung nicht geltend machen, um einer Organisation beizutreten, die u.a. einen Wahlkandidat unterstützt.

5.2. Keine Gleichgültigkeit im Namen der Unparteilichkeit

5.2.1. Sollte sich eine Person in Gefahr befinden, ist der Mediator aus seiner Ethik zum handeln verpflichtet, damit alles Mögliche im Interesse der Achtung vor dem Lebens und den Personen getan wird.

5.2.2. Ein Mediator darf im Namen der Unparteilichkeit, Distanziertheit oder Neutralität kein gleichgültiges Verhalten an den Tag legen oder gar die ihm vorgetragenen Schwierigkeiten oberflächlich behandeln.

5.3. Stellungnahme des Mediators

5.3.1. Die Mediatoren sind imstande einzugreifen, um die fortschreitende Achtung vor Personen in Organisationen zu ermöglichen und zwar im Bezug auf :

  • die Menschenrechte, ohne Unterschiede hinsichtlich des Alters, des Geschlechtes, der Herkunft, der Kultur oder der religiösen Überzeugungen;
  • die Achtung vor der Umwelt, ohne zu unterscheiden, um welche Interessen es sich auch handelt.

5.4. Gegenüber jeder Art von Diskriminierung

5.4.1. Ein Mediator beachtet das Prinzip der Nicht-Diskriminierung.

5.4.2. Der Mediator missbilligt diskriminierende Grundeinstellungen. Er nimmt jedoch nicht an der eventuellen Ächtung von Personen teil, die diese Einstellung vertreten sollten.

5.5. Gegenüber Bündnissen, die im Widerspruch zur Mediationsethik stehen

5.5.1. Der Mediator ist der Bote einer friedenbringenden und respektvollen Nachricht. Aus diesem Grund achtet er darauf, keinen Beitrag zur Erarbeitung von Strategien zum Nachteil einer dritten Partei zu leisten.

5.5.2. Sollte der Eingriff des Mediators in einer in diesem Sinne vielschichtigen Tätigkeit bestehen, so sollte er zunächst dem Überwachungsausschuss der Mediation Bericht erstatten und einen oder mehrere von der Berufskammer anerkannten Mediatoren hinzuziehen, damit die Mediation gemäss der Mediationsethik und vorliegendem Kodex ausgeführt wird.

5.6. Gegenüber politischen Konflikten oder humanitärer Tätigkeit

5.6.1. Ein Mediator kann nach Zustimmung des Überwachungsausschusses im Namen der Kammer der Zunft für Mediation und Verhandlung bei ONG (Organisations non gouvernementales : Regierungsunabhängige Organisationen) intervenieren, insofern es sich um eine Erleichterung in Konfliktsituationen handelt.

5.6.2. Der Mediator bleibt stets fern von eventuellen politischen Debatten und achtet stets darauf, dass sein Eingriff der Erleichterung der Lösung eines Konflikts oder einer ausschließlichen humanitären Intervention dient.

5.6.3. Ein weiterer Mediator kann vom Vorstand der Berufskammer delegiert werden, um die Intervention zu begleiten. Im Falle eines der Ethik und Deontologie der Mediatoren widersprüchlichen Schrittes, ist dieser Mediator befugt - in Abstimmung mit dem Vorstand - diese Intervention abzubrechen.

5.7. Anwendung der Mediationstechniken

5.7.1. Ein Mediator macht von seinem, die zwischenmenschlichen Beziehungen betreffendem Wissen nur Gebrauch, um ausschließlich Personen zu unterstützen ihre eigene Entscheidung zu finden.

5.7.2. Der Mediator verbietet sich jede Art von Manipulation, d.h. die Verwendung von Techniken zum eigenen Vorteil, abgesehen von der vereinbarten Honorarauszahlung.

6. Deontologie

6.1. Rechtsstellung des Mediators

6.1.1. Ein Mediator kann folgendes sein :

  • Angestellter einer Organisation, eines Unternehmens, einer Assoziation, einer ONG (siehe 5.6.1.), einer Gewerkschaft oder einer staatlichen Stelle, sofern sie ihm die Ausübung seiner Aktivität in Übereinstimmung mit vorliegendem Kodex sicherstellen.
  • Selbständiger ;
  • Einen anderen Beruf parallel ausüben, vorbehaltlich nachstehender Unvereinbarkeit ;
  • Ehrenamtlicher Mitarbeiter...

6.2. Unvereinbarkeiten

6.2.1. Der Mediator enthält sich jeder tätigen Mitwirkung, die gegen die Ethik und Deontologie der Mediation verstoßen könnte.

6.2.2. Der Mediator darf keinen - vom Parlamentsausschuss anerkannten - sektiererischen Bewegungen angehören.

6.2.3. Der Mediator darf keine weitere Tätigkeit mit seiner Angehörigkeit zur Berufskammer in schriftlichen Zusammenhang bringen, sofern diese Tätigkeit die esoteriksche Richtung oder die sogenannten « Geheimwissenschaften » betrifft. Des weiteren darf er den Scharlatanismus nicht unterstützen oder dabei mitwirken.

6.2.4. In der Ausübung seiner Mediatorenaktivität soll der Mediator absolut jede Überlagerung mit weiteren beruflichen Aktivitäten vermeiden. Er richtet sich nach der Definition des Artikels 4.2.7.

6.2.5. Der Mediator kann keine Mediation leiten, in der er in einen Interessenskonflikt geraten könnte. Insbesondere wenn es sich bei ihm um einen Angehörigen der Familie handelt, einen Berater einer der Parteien oder wenn einer seiner Gesellschafter, im Rahmen einer weiteren Aktivität, sei sie gesetzlich geregelt oder nicht, eine der Parteien bereits vertreten hätte oder auch gegen sie gehandelt hätte.

6.2.6. Im Falle einer ergebnislos verlaufenen Mediation darf der Mediator im weiteren der Angelegenheit weder als Richter, Schlichter oder beratende Instanz auftreten.

6.2.6.1. Sollte eine der Parteien die Mediation ablehnen und von daher die Mediation nicht stattfinden, bleibt der Mediator, der seine Dienste zur Verfügung gestellt hat, frei für andere Aufträge.

6.3. Beziehungen zwischen Mediatoren und Mediationsbeteiligten

6.3.1. Mediatoren sind verpflichtet, ein mitbrüderliches Benehmen untereinander vorzuweisen und insbesondere dem guten Ruf eines anderen Mediators oder einer weiteren Person kein Schaden zuzufügen.

6.3.2. Mediatoren verhalten sich stets respektvoll gegenüber allen Mediationsbeteiligten, egal welche Rechtsstellung, Ausbildung und welchen Tätigkeitsbereich sie haben, seien es Mitglieder der Berufskammer oder nicht.

6.3.3. Sollte ein Mediator eine Meinungsverschiedenheit mit einer dritten Person haben, der die Ausübung der Mediatorenaktivität, ohne der Berufskammer anzugehören, geltend machen möchte, so soll er mangels einvernehmlicher Einigung und vor jeder gerichtlichen Verfahrensanleitung den Fall dem Vorstand der Berufskammer vorlegen. Letzterer wird dann über eventuelle weitere Schritte entscheiden und dabei zunächst eine Mediation herbeiführen.

6.3.4. Sollte ein Mediator nicht in der Lage sein, eine Mediation fortzusetzen, so ist er verpflichtet einen weiteren Mediator oder als letztes den Überwachungsausschuss der Mediation hinzuzuziehen. Letztere wird dann über mögliche Folgen in der offengebliebenen Angelegenheit entscheiden.

6.3.5. Ein Mediator verhält sich stets solidarisch gegenüber einem Mediator, der vorübergehend nicht im Stande wäre, seine Tätigkeit auszuüben.

6.3.6. Je nach Verfügbarkeit kann der Mediator jedem Mediator, der in der Lernphase steht, seine pädagogische Unterstützung anbieten. Diese mitbrüderliche Unterstützung gegenüber Mediationslehrlingen kann aus geographischen Gründen oder aufgrund einer Spezialisierung von jedem Mediator direkt erbeten werden, und insbesondere vom regionalen Vertreter der Berufskammer.

6.3.7. Der Mediator darf nicht zulassen, dass eine Dienstleistung in seinem Namen ausgeführt wird, wenn diese die Bestimmungen vom vorliegendem Kodex missachten.

6.3.8. Sollte das Dienstleistungsangebot von einem Mediator zu dem Angebot eines anderen Mediators in Konkurrenz treten, so werden sich die Parteien für einen Mediator entscheiden. Sobald der Mediationsprozess begonnen hat, darf der nicht zugelassene Mediator bei keiner der Partei mehr geschäftlich antreten.

6.3.9. Wenn ein Mediator einen anderen Mediator hinzuzieht, so soll das auf mitbrüderliche Weise geschehen. Es handelt sich dann nicht um einen Teilunternehmensvertrag, sondern die Bezahlung der in Rechnung gestellten Leistung steht dem Mediator zu, der die Dienstleitung tatsächlich vollbracht hat, abzüglich der tatsächlichen Ausgaben und Verwaltungskosten.

6.3.10. Ein Mediator leitet keine Mediation in die Wege, wenn die Parteien einen Mediationsprozess bereits mit einem anderen Mediator begonnen haben, ohne vorher die Zustimmung des anderen Mediatoren erhalten zu haben, ausser die Parteien hätten ihre finanziellen Verpflichtungen ihm gegenüber bereits beglichen.

6.4. Verpflichtung bezüglich Kundenrespekt und -betreuung

6.4.1. Der Mediator verhält sich stets respektvoll gegenüber allen Personen. Er richtet weder über die Natur der Meinungsverschiedenheiten noch über die Art und Weise wie diese ausgetragen wird.

6.4.2. Der Mediator achtet auf Zustände persönlicher Schwäche von denjenigen, die seine Dienste in Anspruch nehmen könnten. Er geht bewusst und respektvoll im Rahmen des geschaffenen Vertrauensklimas mit den von manchen Parteien als schwierig empfundenen Situationen um und soll aufmerksam genug sein, aus seinem Beistand kein Abhängigkeitsverhältnis entstehen zu lassen.

6.4.3. Sollte er sich aufgrund von Gründen der Moral, persönlicher Umstände oder aus irgendwelchen anderen Gründen nicht fähig oder inkompetent fühlen, so leitet der Mediator die Personen an einen anderen Mediator weiter.

6.5. Mittel- und Versicherungsverpflichtungen

6.5.1. Die Mittel zu denen ein Mediator sich verpflichtet sind festgelegt durch seine Unabhängigkeit, seine Unparteilichkeit, seine Neutralität und drücken sich konkret durch die Maîtrise des „Können und Seins“ als Mediator aus. Er verbürgt sich durch seine Mitgliedschaft an der Berufskammer und seine Anerkennung des vorliegenden Kodex.

6.5.2. Der Mediator übernimmt die volle Verantwortung seiner Mediationstätigkeiten. Er soll, um seine Aktivität als Mediator ausüben zu können, eine berufliche Haftpflichtversicherung vorzuweisen haben. Diese sollte speziell und unzweideutig seine Mediationsaktivitäten decken – siehe Absatz 2.2.

6.5.2.1. Die spezielle Versicherung des Mediators, der gemäss dem vorliegendem Kodex seinen Beruf ausübt, ist ausschliesslich im Mediationsfalle gültig, auch wenn der Mediator noch durch eine andere, seinen Haupt- oder Nebenberuf betreffende Berufshaftpflichtversicherung abgedeckt sein könnte.

6.6. Fort - und Weiterbildungspflicht

6.6.1. Der Mediator hält sich im Punkte der Mediationsneuigkeiten auf dem Laufenden und verfolgt die Fortschritte, die Vorbeugungsmassnahmen und Lösungsmöglichkeiten von Auseinandersetzungen betreffen.

6.6.2. Der Mediator nimmt mindestens einmal im Jahr an Erfahrungsaustauschen, Arbeiten der Synthese oder an Weiterbildungskursen teil.

6.6.3. Der Mediator ist stets auf die Weiterentwicklung seines Könnens und seiner Fähigkeiten bedacht, um kompetent als professioneller Mediator zu handeln.

6.7. Werbung und Veröffentlichung

6.7.1. Der Mediator kann mit allen Mediationsleistungen oder Leistungen, die zur Verbreitung der Mediation dienen und insbesondere mit der Hinzufügung von Mediationsklauseln in Verträgen werben.

6.7.2. Im besonderen Fall einer parallelen, gesetzlich geregelten Berufsausübung achtet der Mediator darauf, dass keine Konfusion mit seinen anderen Tätigkeiten entsteht, insbesondere für Berufe in denen Werbung und Werbeaktionen strikt reglementiert sind.

6.7.3. Es ist legitim für den Mediator seine Dienste Konfliktparteien anzubieten. Hierzu kann er seine Dienste an eine oder gleichzeitig an beide Parteien, auf direkte oder indirekte Weise, anbieten.

6.7.4. Auf Informationsblättern oder Werbeprospekten soll der Mediator seinen Namen, seine Adresse und Telefonnummer, sowie seine Angehörigkeit zur Berufskammer angeben.

6.7.5. Der Mediator darf das Logo der Berufskammer der Zunft für Mediation und Verhandlung nicht benutzen oder sich in deren Namen nicht engagieren, ohne vorab die Zustimmung des Vorstands oder des Hauptsekretärs eingeholt zu haben.

6.7.6. Alle vom Mediator benutzten Kommunikationsmittel sollen inhaltlich und in der Form mit dem vorliegendem Kodex im Einklang sein.

6.7.7. Er achtet stets darauf sich nicht mit einem anderen Berufsmediator zu vergleichen und durch seine Angehörigkeit zu einer ideologischen oder spiritualistischen Richtung keine Verwirrung zu stiften, egal wie deren Orientierung auch sein möge.

6.7.8. In jedem Fall achtet der Mediator darauf, den Parteien keine Erfolgsversprechungen zu machen, sondern hebt nur die Hilfsmittel zum Erfolg hervor.

6.7.9. Der Mediator stimmt der Beachtung der eventuell vom Generalsekretär mitgeteilten Empfehlungen zu. Im Falle einer Nichtanerkennung soll er die Begründung seiner Motivation schriftlich dem Vorstand vorlegen.

6.8. Vergütung des Mediators

6.8.1. Der Mediator entscheidet selbst über seine Vergütung.

6.8.2. Vor Beginn einer Mediation setzt der Mediator die Parteien klar und schriftlich über die von ihm erwarteten Zahlungsmodalitäten in Kenntnis.

6.8.3. Die Bezahlung des Mediators kann entweder gemäss den in einem Mediationsvertrag vorgesehenen Modalitäten oder nach Einvernahme mit den Parteien aufgeteilt werden.

6.8.4. Als Fachmann auf dem Gebiet der Mediation kann der Mediator sich auf einer Mediatorenliste beim Gericht anmelden und sich als solcher - sofern die dort ausgeübte berufliche Tätigkeit die Bestimmungen des vorliegenden Kodex berücksichtigt - nach den mit den Richtern und Staatsanwälten vereinbarten Modalitäten vergüten lassen.

6.8.5. Sollte der Mediator im Auftrag einer Organisation handeln, die die Mediationskosten übernimmt, so soll er dies der anderen Partei mitteilen, um der Vermutung vorzubeugen, dass die Leistung unentgeltlich erfolgt.

6.8.6. Falls der Mediator die Dienste eines weiteren Mediators hinzuzieht, geschieht dies gemäss den im Absatz 6.3.9 vorgesehenen Bedingungen.

6.9. Leistungsergebnis

6.9.1. Das Ergebnis einer Mediation kann in folgender Feststellung bestehen: festgefahrene Situation, Fortschritt, Lösung oder Teillösung einer Streitsache.

6.9.2. Da die Verwicklung, Selbstbestimmung, Willensfreiheit, Bereitwilligkeit seiner Kunden die entscheidenden Punkte am Ergebnis seiner Leistungen sind, kann der Mediator keinesfalls an irgendeine Erwartungspflicht gebunden sein, gleichgültig, ob die Intervention auf einer pädagogischen Ebene oder in einer Konfliktsituation stattfindet.

6.10. Die Folge der Mediationseinigung und Mediationsklausel

6.10.1. Auf eventuellem Wunsch der Parteien notiert der Mediator am Ende der Mediation die getroffenen Vereinbarungen, aber auch gegebenenfalls die Punkte, über die noch Unstimmigkeit herrscht. Dies erfolgt auf formloses Papier und dient ausschließlich als Grundlage zur Erstellung einer schriftlichen Mediationseinigung.

6.10.2. Der Mediator fordert die Parteien auf, über die Konsequenzen ihrer Wahl nachzudenken. Die Begleitung in diesem Überlegungsprozess soll die Annahme einer vom Mediator selbst vorgeschlagenen Lösung verhindern, zu der er sich im Rahmen der kreativen Mediationsphase hätte verleiten lassen können.

6.10.3. Auf keinen Fall soll der Mediator ein für die Parteien verbindliches Dokument unterschreiben.

6.10.4. Der Mediator informiert die Parteien über die Möglichkeit ihre Einigung einem in Mediationsangelegenheiten sachkundigen Rechtsberater vorzulegen. Der Rechtsberater wird die Einigung in Form, im Hinblick auf einen Akteneintrag oder eine rechtskräftige Anerkennung, setzen können. Der Mediator kann darauf achten, dass der Berater den allgemeinen Richtlinien gemäss Absatz 6.11.2. entspricht.

6.10.4.1. Sollte der Rechtsberater der Ansicht sein, dass die zwischen den Parteien getroffene Einigung gemäss den Parteibestimmungen - aus anderen Gründen als auf die der öffentliche Ordnung oder „guten Sitten“ bezogen - nicht in Form gebracht werden kann, so sind die Parteien berechtigt, die Einfügung einer Klausel zu verlangen. Diese Klausel enthebt den Rechtsberater der Verantwortung und betrifft auch die von ihm erhaltene Auskunft und sieht das erneute Erscheinen der Parteien beim Mediator vor, falls Schwierigkeiten bei der Einhaltung der Einigung auftreten.

6.10.5. Der Mediator informiert die Parteien auf den Vorteil des Vorhersehens eventueller Schwierigkeiten im Einigungsablauf, insbesondere bei Situations- oder Ortwechsel.

6.10.6. Der Mediator setzt die Parteien in Kenntnis, dass sie eine Mediationsklausel in ihre Einigung einfügen können, so dass sie gegebenenfalls anstatt eines gerichtlichen Verfahrens weiterhin die Mediation als Lösungsansatz bevorzugen und somit durch ein erneutes Erscheinen bei einem Mediator Anpassungen absprechen können.

6.10.7. Auf Wunsch der Parteien kann der Mediator die Einigung weiterverfolgen. Dies erfolgt unter Berücksichtigung der Selbstbestimmung der Personen, insbesondere im Rahmen stufenweiser Einigungen, wenn die Parteien den Bedarf haben, Schritt für Schritt in der Lösung ihrer Streitigkeit vorzugehen.

6.11. Beziehungen mit verbundenen Berufen

6.11.1. Der Mediator ist verpflichtet die Berufsbranchen über die Mediation zu informieren, für die die Qualität der zwischenmenschlichen Beziehungen sowie mit der Vorbeugung und Lösung von Unstimmigkeiten und Streitigkeiten das Aufgabenfeld darstellt.

6.11.2. Er kann den Parteien empfehlen, insofern er den Bedarf erkennt, sich an qualifizierte Berufstätige der juristischen oder einer anderen Ausrichtung zu wenden - insofern sie dem Mediationsprozess zugeneigt sind -, um dadurch den Parteien zu ermöglichen klar zu erkennen, was für sie auf dem Spiel steht, ihre Interessen oder Lösungen betreffend, ohne jedoch damit zu beabsichtigen den Konflikt wieder zu schüren. 6.11.3. Auf jedem Fall behandelt der Mediator die ihm mitgeteilten Informationen vertraulich und überlässt es der Parteien, sich zu informieren und die mögliche Einigung zu formalisieren. 6.11.4. Sollten bei einem Mediationsgespräch Schwierigkeiten mit einem Dritten auftreten, der eine der Parteien begleitet, so handelt der Mediator entsprechend der Bestimmungen des Absatzes 6.18.3. 6.11.5. Der Mediator soll darauf achten, dass durch das Abschliessen von Partnerschaftsverträgen oder Verträgen, die seiner Aktivitäten dienen, seine berufliche Unabhängigkeit nicht in Frage gestellt wird.

6.12. Mediationsprotokoll, Auffassung und Empfehlung

6.12.1. Unter Beachtung der Bestimmungen der Vertraulichkeit kann der Mediator ein « Mediationsprotokoll » verfassen.

6.12.2. Falls er seine Auffassung mitteilt, in einer Situation in der die Parteien keine Einigung finden können, oder falls der Mediator vor Beginn der Mediation, um den Ablauf festzulegen (praktische Modalitäten, betroffene Personen, Positionierungen zu einem bestimmten Augenblick ...) , so soll diese Auffassung nicht als Rat oder Empfehlung in Betracht gezogen werden.

6.12.3. Der Mediator empfiehlt Mediationsabläufe entsprechend dem Berufsethos- und Deontologiekodex, auf den er sich grundsätzlich stützen sollte.

6.13. Informationspflicht

6.13.1. Gegenüber den ihm Kunden zuweisenden Stellen

6.13.1.1. Der Mediator kann Informationsveranstaltungen bezüglich der Mediation organisieren, insbesondere zum Thema der Notwendigkeit der Einfügung einer Mediationsklausel in den Verträgen.

6.13.1.2. Im Rahmen der Fort- und Weiterbildung kann er ebenfalls pädagogische Aktionen durchführen, deren Ziel die Förderung einer besseren Kenntnis des Mediationsprozesses und der Mediationspraxis ist.

6.13.1.3. Die an diesen Veranstaltungen entstehenden geschäftlichen Beziehungen, sollen von den Bezugspersonen derart aufgefasst werden, dass kein Zweifel an seiner Unparteilichkeit und Neutralität bei eventuellen künftigen Mediationstätigkeiten entstehen kann.

6.13.2. Gegenüber den Parteien.

6.13.2.1. Der Mediator hat eine Informationspflicht gegenüber den Parteien. Diese bezieht sich auf die Mediation und hat Auswirkungen auf die Qualität des Prozesses, insbesondere unter Beachtung des Absatzes 1.9.

6.13.2.2. Vor Beginn der Mediation soll der Mediator sich vergewissern, dass die Parteien den Ablauf richtig verstanden haben und ihm zustimmen.

6.13.2.3. Ein Mediator erkundigt sich über die Beweggründe der Parteien für die Wahl der Mediation oder Teilnahme an die Mediation.

6.13.2.4. Er vergewissert sich bei den Parteien, dass sie wirklich übereinstimmen, die einzigen Beteiligten an der Streitigkeit zu sein; sollte es nicht der Fall sein, bittet er die Parteien darum die weiteren Beteiligten einzuladen. Im Falle einer Ablehnung der Letzteren kann er jedoch den anwesenden Parteien helfen, eine Vereinbarung unter Berücksichtigung des abwesenden Drittens zu treffen.

6.13.2.5. Er vergewissert sich, dass die anwesenden Personen im Besitz uneingeschränkter Entscheidungsvollmacht hinsichtlich der Wahl der Konfliktlösung sind.

6.13.2.6. Er wiederholt den Zweck der Mediation – Das Finden einer für die Parteien bestmöglichst zufriedenstellenden Einigung.

6.13.2.7. Er erläutert die Regeln des Ablaufs, die die praktischen Modalitäten der Mediation bestimmen: Ort, die in Abstimmung mit den Parteien voraussichtliche Termine, Zahlungsmodalitäten (Aufteilung oder nicht).

6.13.2.8. Er legt die Kommunikationsregeln fest, die für die Verhaltensweise der Parteien während des Prozesses gelten.

6.13.2.9. Er weist auf die Rolle des Mediators hin, die in der Regulierung des Kommunikationsflusses und in der Leitung des Prozesses besteht.

6.13.2.10. Er definiert ebenfalls seine Rolle im Rahmen einer pädagogischen und kreativen Betreuung.

6.13.2.11. Er weist auf das Prinzip der Vertraulichkeit hin, die die möglichen Einigungsvorschläge und mediationsinternen Dokumente betreffen, sowie die Unterscheidung zwischen „vertraulicher Mittelung“ und „Vertraulichkeit;

6.13.2.12. Sollte der Mediator eine Mediation unterbrechen, um ein privates Gespräch zu führen, so sollte er die Zustimmung der Parteien einholen und (für die Dauer seines Gesprächs) die Bestimmung der Vertraulichkeit aufheben, bezüglich der eventuell daraus resultierenden Informationen und Mitteilungen.

6.13.2.13. Er gibt den Parteien zu bedenken, dass es Ihnen frei steht, sich fachkundig (von Spezialisten, Experten, Juristen, ...) beraten zu lassen, um über die notwendigen Informationen bezüglich der Gedankenaustausche und Verhandlungen zu verfügen.

6.13.2.14. Bei Bedarf kann er den Parteien empfehlen, für die im Rahmen der Mediation getroffenen Vereinbarung einen dem Mediationsprozess wohlgesonnenen Rechtsberater zu ersuchen.

6.13.2.15. Er weist die Parteien darauf hin, dass es Ihnen freisteht die Mediation abzubrechen.

6.13.2.16. Bei der Anwesenheit Außerstehender Dritter informiert der Mediator über die Berücksichtigung der Vertraulichkeitsbestimmungen laut Absatz

6.19.11.

6.13.2.17. Sollte er im Rahmen eines Vertrags auftreten, siehe Absatz 6.8.5.

6.13.3. Im Falle einer dritten, nicht anwesenden Partei

6.13.4. Auf eigenen Wunsch oder auf Wunsch der Parteien, jedoch stets in völligem Einvernehmen der Parteien, kann der Mediator die von dem Mediationsgegenstand betroffene dritte Partei empfangen – wie zum Beispiel Gewerkschaftsvertreter eines Unternehmens im professionellen Bereich, Kinder und/oder Großeltern und/oder Vertrauenspersonen (neue Ehepartner…) im Rahmen einer Scheidung -, um die Kommunikation zugunsten des Fortbestands der Einigung, die zwischen den direkt betroffenen Parteien getroffen werden kann, herzustellen oder wiederherzustellen.

6.14. Unabhängigkeitspflicht

6.14.1. Der Mediator ist unabhängig jeder Art der Beeinflussung, sei sie staatlich, kulturell, wirtschaftlich, ideologisch oder gerichtlich.

6.14.2. Ein Mediator, der seine kulturelle Unabhängigkeit schätzt, erwartet keine Unterstützung der Behörden, die selbst in Konflikte oder dergleichen verwickelt werden können.

6.14.3. Niemandem kann dem Mediator Weisungen erteilen.

6.14.4. Sollte der Mediator von einer Behörde « ernannt » worden sein oder sollte die Mediation « angeordnet » worden sein, so sollte er sich auf jedem Fall vergewissern, dass die Parteien seine Mitwirkung als Möglichkeit für eine bestmöglichst zufriedenstellende Lösungsfindung auffassen.

6.15. Unparteilichkeitspflicht

6.15.1. Aufnahme mehrerer Parteien

6.15.1.1. Der Mediator ist besonders achtsam auf die in zwischenmenschlichen Beziehungen natürlicherweise auftretenden Sympathiebezeugungen.

6.15.1.2. Er achtet darauf, seine eigenen Werte, seinen Glauben, seine Kenntnisse, seine Ansichten oder seine Erfahrungen in den Austauschen mit den Parteien nicht einzubringen.

6.15.1.3. Bei Bedarf soll er um den Beistand eines weiteren Mediators bitten oder sogar, dass einer seiner Kollegen ihn ersetzt.

6.15.1.4. Der Mediator hat sich in diesem Sinne zu verhalten (siehe 6.15.1.3) sobald er in der Leitung des Prozesses auf Grenzen seiner eigenen Wertvorstellungen stösst. Auf keinen Fall dürfen seine eigenen Beschränkungen der Annahme oder Akzeptanzgrenzen seinen Kunden zur Last fallen. 6.15.1.5. Der Mediator trifft keine Maßnahmen, um eine Mediation abzubrechen, ohne dem Überwachungsausschuss der Mediation benachrichtigt zu haben. Einzig und allein der Überwachungsausschuss ist befugt den Mediationsprozess abzubrechen. 6.15.2. Betreuung einer Partei 6.15.2.1. Im Falle der Ablehnung der Mediation durch eine der Parteien kann der Mediator die andere(n) Partei(en) betreuen, um sie zu unterstützen eine bestmöglichst zufriedenstellende Lösung zu erreichen.

6.16. Neutralitätspflicht

6.16.1. Die Neutralität versteht sich im Hinblick auf die von den Parteien gewählte Lösung, sei sie zeitlich begrenzt oder für endgültig erklärt.

6.16.2. Der Mediator übt keinen Einfluss auf die Parteien aus, damit sie sich für eine bestimmte Lösung entscheiden, selbst wenn diese Lösung seiner Ansicht nach die vernünftigste und gerechtste sein könnte.

6.16.3. Der Mediator kann eine Meinung über eine Situation äußern. In diesem Fall kann er ein „Mediationsprotokoll“ verfassen, in welchem er darauf achtet niemanden namentlich zu nennen. Sein Bericht soll dann nicht problematikorientiert sein oder gar Themen ausschließen, die für die - von ihm verfolgte - Situation Auswirkungen haben könnten. (siehe Absätze 6.9.1., 6.12.1. und 6.12.2.)

6.17. Zustimmung zum Prozess und Einwilligung

6.17.1. Der Mediator vergewissert sich über die Einwilligung und über die Entscheidungsfähigkeit der Parteien.

6.17.2. Im Falle einer von einem Richter angeordneten Mediation stellt der Mediator sicher, dass die Parteien der Mediation zustimmen, nicht aus strategischen Gründen oder aus Angst dem Richter zu missfallen, sondern weil sie eine bestmöglichst zufriedenstellende Lösung wirklich suchen.

6.17.3. Der Mediator setzt sein friedenschaffenden Geschick ein, um den Parteien das Nachdenken über ihre eventuellen strategischen Stellungen zu ermöglichen.

6.17.4. Der Mediator lässt eine Einverständniserklärung zum Mediationsprozess unterzeichnen. Diese vertrauliche Einverständniserklärung sollte auf keinen Fall als Vertrag gelten, dessen Zweck ein einvernehmliches Einigungsergebnis sein sollte.

6.17.5. Die gesetzlich geregelten Berufe

6.17.5.1. Die Rechtsanwälte, Notare, Wirtschaftsprüfer und Mediatoren, die anderweitig einen gesetzlich geregelten Beruf ausüben, müssen, wenn sie ausschließlich und ausdrücklich als Mediator auftreten, darauf achten, die Parteien darüber zu informieren, dass sie von den Pflichten ihrer beruflichen rechtlichen Bestimmungen entlastet sind.

6.17.5.2. Im Hinblick auf eine Zustimmung der Parteien sollte diese Zurkenntnisnahme schriftlich belegt und unterschrieben werden. Dieses spezielle Dokument bedeutet, dass über die individuell vom Mediator abgeschlossene Versicherung hinaus die Mediatorenhaftpflichtversicherung der Berufskammer wirksam ist, und im Falle einer mangelhaften Leistung des Mediatoren die Parteien sich verpflichten den Überwachungsausschusses der Mediation hinzuziehen. (Absatz 6.20.3).

6.18. Unterbrechung und Abbruch der Mediation

6.18.1. Jede Partei kann freiwillig ihre Mitwirkung an der Mediation abbrechen, ohne dabei einen Grund angeben zu müssen.

6.18.2. Ein Mediator kann keine Mediation abbrechen, aus welchem Grund auch immer, ohne sich an den Vorsitzenden der Kammer oder den Generalsekretär zu wenden, die daraufhin entscheiden können einen anderen Mediator einzusetzen oder dem Abbruch zuzustimmen.

6.18.3. Sollte er feststellen, dass die Anwesenheit Dritter (Berater oder andere Personen) die Fortschritte der Mediation behindert, kann der Mediator die Parteien bitten, die Mediation nur mit den direkt betroffenen Personen weiterzuführen. Sollte eine der Parteien jedoch ablehnen, kann sich der Mediator auf die o.g. Bedingungen berufen, die Mediation zu unter- oder gar abzubrechen.

6.18.4. Sollten die Mediatoren sich für einen Abbruch der Mediation entscheiden, so bleibt das Motiv ihrer Entscheidung strikt vertraulich.

6.18.5. Sollte die Berufskammer entscheiden, dass die Mediation weitergeführt werden soll, wird der Vorstand der Berufskammer einen neuen Mediator dafür ersuchen. Der ursprüngliche Mediator wird dann weder auf eine Entlohnung noch auf Informationen über den weiteren Verlauf der Mediation Anspruch erheben können.

6.19. Vertraulichkeit und vertrauliche Mitteilung

6.19.1. Der Mediator ist zur strikten Vertraulichkeit verpflichtet.

6.19.2. Der Mediator unterliegt der Schweigepflicht, insbesondere in folgendem:

  • Mögliche ihm vorgelegten Dokumenten, von denen er weder Originale noch Kopien in irgendeiner Form aufbewahren wird ; diese werden auf einfache Anfrage und spätestens am Ende der Angelegenheit zurückgegeben;
  • Worte und Ausdrücke, die im Rahmen eines Vorgesprächs oder während des Mediationsprozesses geäußert wurden;
  • Die Identität von Personen, die seine Dienste in Anspruch genommen haben, in Verbindung mit der Art der Streitigkeit.

6.19.3. Der Mediator informiert die Parteien darüber, dass seine Rolle nicht die eines Beichtvaters ist und dass die Vertraulichkeit innerhalb des Prozesses, im strikten Rahmen der Mediation gegenüber externen Ansprechpartnern zu verstehen ist, jedoch nicht gegenüber den betroffenen Parteien.

6.19.4. Der Mediator muss unterscheiden können zwischen Äußerungen, die im Rahmen eines privaten Gesprächs (die „Intimsphäre“ betreffend) gemacht werden und daher für die Regelung der Streitigkeit nicht von Bedeutung sind, und Äußerungen, die unter dem Vorwand einer vertraulichen Mitteilung gemacht wurden und auf dem Weg der Konfliktlösung helfen.

6.19.5. Der Mediator darf vor keinen Behörden über den Ablauf oder den Inhalt der Mediation und der individuellen Gespräche sowie über die von ihm begleiteten Verhandlungen aussagen, außer durch ausdrückliche Zustimmung beider Parteien.

6.19.6. Keinesfalls darf der Mediator vor ihm gemachte Äußerungen verbreiten oder einfliessen lassen – seien es Dinge oder Ereignisse -, die von ihm nicht nachprüfbar sind.

6.19.7. Sollten ihn die zugetragenen « Fakten » schockieren oder sollte die von den Parteien gewählte Lösung gegen seine eigenen Wertvorstellungen verstoßen und von daher der Mediator sich nicht in der Lage fühlen, die Mediation weiter zu leiten, so soll er den Überwachungsausschuss der Mediation hinzuziehen, der einzig und allein über die Folgen des laufenden Prozesses entscheiden kann.

6.19.8. Sollte der Mediator Äußerungen hören, die eine Gefahr für das Leben oder die Integrität Dritter insbesondere für Kinder oder geschwächte Personen darstellen, so informiert er den Überwachungsausschuss der Mediation und organisiert dringendst und mit viel Umsicht einen Gesprächstermin zwischen Letzterem und den betroffenen Personen.

6.19.9. Sollte er im Rahmen von Werbemaßnahmen über die Mediation Beispiele anwenden, so achtet er darauf, dass die Identität der Parteien verborgen bleibt.

6.19.10. Sollte der Mediator die Unterstützung eines weiteren Mediators erbitten, so ist Letzterer ebenfalls an die Schweigepflicht gebunden.

6.19.11. Jede an der Mediation teilnehmende Person - auf Anfrage oder mit der Zustimmung der Parteien - verpflichtet sich zu strikter Vertraulichkeit und kann nicht in der Angelegenheit, der sie beiwohnt, als Richter oder schlichtende Person auftreten.

6.19.12. Der Mediator bittet die Parteien darum, sich zur Beachtung der strikten Vertraulichkeit bezüglich der Mediation zu verpflichten.

6.19.13. Der Mediator informiert die Parteien, dass die Wahl der Mediation sie zur strikten Vertraulichkeit bezüglich des verbalen Austausches verpflichtet und dass sie sich keinesfalls auf diese verbalen Austausche in der Mediation beziehen können, um damit vor anderen Instanzen zu argumentieren.

6.19.14. Eine strikt vertrauliche Behandlung wird den Mediationsablauf betreffenden Dokumenten (wie Mediationsvereinbarung, Einigungsvorschläge oder weitere Dokumente) auferlegt.

6.19.15. Die von den Parteien gelieferten Dokumente sind von dieser Vertraulichkeit nicht betroffen, sofern sie Bestandteile der Akte in der Angelegenheit darstellen.

6.19.16. Die Parteien sollten die Art der eventuellen Aussagen über ihre Einigung in Erwägung ziehen.

6.20. Streitigkeit mit einem Mediator und Transparenz

6.20.1. Bei jeder Konfliktsituation mit einem Mediator soll den Vorstand der Berufskammer informiert werden, um der Möglichkeit der Inanspruchnahme des Rechtsweges zuvorzukommen.

6.20.2. Sollte er im Rahmen der Ausübung seiner beruflichen Aktivität von Kunden oder Kollegen zur Rechenschaft gezogen werden, so wird der Mediator innerhalb eines Monates vor dem Überwachungsausschuss Stellung nehmen müssen. Mangels Erscheinens und Anhörung innerhalb dieser Frist und gemäss der Bestimmungen und Vorschriften der Berufskammer wird er als Mitglied betrachtet, das sich entschlossen hat seinen Rücktritt zu nehmen oder sogar direkt von der Berufskammer ausgeschlossen.

7. Überwachungsausschuss der Mediation

Zusammensetzung des Ausschusses

7.1. Der Überwachungsausschuss der Mediation setzt sich wie folgt zusammen : Der Vorsitzende, der Hauptsekretär und zwei Mitglieder des Vorstands der beruflichen Kammer, die vom Vorstand ersucht werden. Sollte ein Mitglied des Ausschusses in der Mediation verwickelt sein oder in einer persönlichen Beziehung mit einer der Parteien stehen, so ist er verpflichtet sich zurückzuziehen, um seinen Platz an einem weiteren Mitglied des Vorstands zu überlassen.

Art der Entscheidungen des Ausschusses

7.2. Die Entscheidungen des Überwachungsausschusses der Mediation sind strikt vertraulich.

7.3. Sollte die Entscheidung eine Kündigung, einen Beziehungsbruch oder sogar einen Ausschluss zur Folge haben, sind die Mitglieder des Ausschusses an die Schweigepflicht gebunden. Sie dürfen sich zu dem Thema nicht äußern, was auch immer die Gründe und das Verhalten der betroffenen Person vor, während oder nach der Entscheidung sein mögen.

Liens internes

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